Sie sind bisher nicht eingeloggt.    Login


Warum ein ÖPNV-Blog

Wenn man allein im PKW zur Arbeit fährt, erlebt man auch so manches, ist aber im Regelfall weit davon entfernt, seine Erlebnisse einer breiteren Öffentlichkeit mitzuteilen, abgesehen vielleicht von (Beinahe-) Unfällen oder Einschätzungen der Fahrkünste anderer Verkehrsteilnehmer.

Seit Oktober 2007 pendele ich jedoch mit Regional- und Straßenbahn zur Arbeit. Pro Fahrt ca. 1 Stunde. Das ist viel, wenn man meine Fahrzeit mit dem Auto von vorher 25 Minuten dagegen hält, aber immer noch weniger als die Fahrzeit so mancher Leidensgenossen, die dort, wo ich aus der Regionalbahn aussteige, nur umsteigen, um noch weiter zu fahren.

Inzwischen habe ich während meiner Fahrten mit dem ÖPNV schon so viel erlebt und gehört, dass ich entweder die Wahl hatte ein Buch zu schreiben oder nach und nach meine Erlebnisse öffentlich im Web zu archivieren. Das Letztere scheint mir die einfachere Wahl zu sein.

In lockerer, unregelmäßiger Reihenfolge wird man hier also Ernstes, Spaßiges, Nicht-Witziges und Kurioses rund um den Nahverkehr im Ruhrgebiet und südlichen Münsterland nachlesen können.

Prüfen, ob Inbetriebnahme der Straßenbahn in Lichtenrade möglich ist

Auf Grundlage eines Antrages der SPD-Fraktion (Drucks. Nr: 0743/XVIII) in der Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg gibt das Bezirksamt eine Mitteilung zur Kenntnis:

Das Bezirksamt hat sich zuständigkeitshalber an die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung gewandt und hat mit Schreiben vom 19.09.2008 folgende Stellungnahme erhalten: „Obwohl die Straßenbahn noch bis Anfang der 60er Jahre im Lichtenrader Damm verkehrte, hat sich nach ihrer Einstellung die Frage einer Wiederinbetriebnahme nicht gestellt. Auch aus heutiger Sicht wird es schwer, mit der Stadtentwicklung im Bereich Lichtenrader Damm eine Straßenbahnplanung zu begründen. Eine Straßenbahnstrecke im Lichtenrader Damm ist nicht als Planungsmaßnahme bis 2015 im Stadtentwicklungsplan Verkehr enthalten. Die neue Verkehrsprognose 2025, die zurzeit erarbeitet wird, enthält keine Planung für eine Straßenbahn im Lichtenrader Damm.

Grundsätzlich ist es jedoch vorstellbar, in der Mittellage des Lichtenrader Dammes wieder eine Straßenbahn zu führen.

Allerdings stellt sich die Frage, ob ein Inselbetrieb angestrebt werden oder die Neubaustrecke besser an das vorhandene bzw. geplante Netz angebunden werden sollte. Außerdem ist offen, wo die Neubaustrecke ihren Endpunkt finden würde. Aus Sicht der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hätte ein Inselbetrieb nur als eigenwirtschaftlicher Betrieb eine Realisierungschance. Vor einer Netzerweiterung durch den Lichtenrader Damm müsste der Lückenschluss zur vorhandenen Straßenbahnstrecke im Sterndamm (Verlängerung der Strecke Sterndamm zum U-Bahnhof Zwickauer Damm und weiter in Richtung S-Bahn Buckower Chaussee) hergestellt werden. Die optionalen Straßenbahnplanungen in Richtung S-Bahnhof Buckower Chaussee haben durch die Vorsorgemaßnahmen für eine Straßenbahn beim Bau der Massantebrücke eine gewisse Verbindlichkeit bekommen. Es kann jedoch erst nach Fertigstellung der Verkehrsprognose 2025 geprüft werden, ob ihre Realisierung bis 2025 wirtschaftlich begründbar sein wird. In diesem Zusammenhang wäre auch die Überprüfung einer Straßenbahnverbindung vom Sterndamm zum S-Bahnhof Lichtenrade möglich.

Als Endpunkt für eine Straßenbahn im Lichtenrader Damm würde sich der S-Bahnhof Lichtenrade anbieten. Allerdings wird sich die Situation um den S-Bahnhof beim Bau der Dresdener Bahn erheblich verändern, sodass es schwierig werden könnte, die erforderlichen Freiflächen für die notwendige Straßenbahnendstelle zu finden.

Die Unwägbarkeiten der Wiederinbetriebnahme einer Straßenbahn im Lichtenrader Damm sind demnach zurzeit sehr hoch. Aus der Stadtentwicklung ist keine Dringlichkeit für eine Straßenbahn im Lichtenrader Damm ableitbar. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung kann daher dieser Planungsvorstellung keine Priorität beimessen, obwohl Straßenbahnen dem Umweltverbund zugehören und sie im Betrieb im Hinblick auf ihre CO2-Bilanz tatsächlich die bessere Alternative zur Busbedienung darstellen."

 

Berlin, den 21.10.2008

Herr Band, Ekkehard, Herr Schworck, Oliver

Bezirksamt